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k ö r p e r _trans.form.at.ionen _die trans.form_ierung von Befindlichkeit und Haltung 03.12.- 23.12.2010
kA 12 / Palais Kabelwerk ARTspace
Gertrude-Wondrack-Platz 4
1120 Wien / Kabelwerk
vernissage: do 02.12.2010, 19- 22 Uhr
finissage: fr, 07.01.2011, 19-22Uhr
öffnungszeiten: mo, 18 - 21 Uhr, di + do, 17-20 Uhr, so, 14-17 Uhr.
und nach terminvereinbarung:
mail : info@transformaten.at
phone : 0676 35 47 938
zeitzoo Lesungen: mo, 06., 20.12, 20 - 21Uhr
Das erste Gemeinschaftsprojekt der Künstlergruppe trans.form.at.en stellt den Körper ins Zentrum ihrer Beleuchtungen. Ausgangspunkt ist der moderne Mensch in einer globalisierten Gesellschaft, seine Haltung, Verletzlichkeit und letztlich auch seine Instrumentalisierung. Der Mensch als Werkzeug, Rädchen in einer schier endlos erscheinenden Maschinerie einer vernetzten, anonymisierten Industrie der Standardisierung, und der Verlust der individuellen Identität.
Tabus, Stigmatisierung und Klischees fügen sich zu einem Mainstream, gießen ihn in Unterhaltung, aufgeregte Empörung und in leicht zu konsumierende Ignoranz. Das Individuum, seine physiologischen Antriebe, seine psychische Verletzlichkeit und seine Möglichkeiten des Ausdrucks, werden privatisiert.
Der sinnlich - geschützte , der psychisch - ausgesperrte, der anonymisierte - seiner Persönlichkeit beraubte, und der kühle - der dinghafte geordnete Mensch, waren Ausgangspunkt und wurden zu neuen k ö r p e r _trans.form.ationen.
Der reale Mensch im Zentrum, das nicht fassbare Ideal wird verlebendigt durch Paradigmen, die wie Eigenschaften über den leblosen Körper projiziert werden.
So legt Rajek mit ihren ästhetischen, aber auch teils ironischen Skelett- und Fleischbildern die Haltung- das Grundgerüst fest, Bolzer befasst sich mit den inneren Zuständen ihrer gepeinigten und stigmatisierten Protagonisten und Past streift diesen Kreaturen eine schützende- anonymisierte Hülle über.
Knochen von Mensch und Tier, Fleisch, Puppenkörper und Körperteile bilden Körperlandschaften, sie werden aufgebaut, wieder zerlegt und überarbeitet als Sinnbild für die Dekonstruktion des Individuums.
Verletzlichkeit, Vergänglichkeit, Manipulation, und das angepasste- weil funktionierende Individuum werden somit in ein neues Licht gesetzt, ebenso wie der Umgang mit Tod, Tabus und Scham.
k ö r p e r _trans.form.ationen hinterfragt die kulturelle Entwicklung zum gegenwärtigen Menschenbild, die Ausblendung ethischer und gesellschaftlicher Ideale, will die Reflexion des Betrachters über seine eigene Identität und seine Menschenbilder anregen.
Eine vielschichtige, reflektierte Auseinandersetzung erwartet den Besucher. Die trans.form.at.en werden Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, neue Medien und Objekte präsentieren.
Während der Ausstellungsdauer finden jeden Montag Lesungen der SchriftstellerInnengruppe zeitzoo statt.
mo, 06.12.2010, 20 - 21 Uhr
Titel: " frauen in farbe"
Lesung: wolfgang helmhart
Gedichtfilme: fritz kilic "autorinnen"
Text-installation: nikolaus scheibner
mo,20.12.2010, 20 - 21 Uhr
Titel : " männer in schwarz weiss"
Lesung: brigitte sasshofer
Gedichtfilme: ilse widhalm "autoren"
Raum-installation: sonja tollinger
Kurzbeschreibung:
frei nach den im fröhlichen wohnzimmer (www.dfw.at) erschienen anthologien: "wichtig" kunst von frauen und "unwichtig" kunst von männern stellt die evolutionsbibliothek (www.zeitzoo.at) anhand von lesung film buch und rauminstallationen die geschlechtlichkeit von kunst auf den prüfstand und die lang ersehnte frage frage ob brigitte sasshofer ein besserer autor als wolfgang helmhart der wiederum eine bessere autorin als brigitte sasshofer ist? gespannt darf das publikum auch auf das duell der obleute der zzoo-vereins sein: wenn sonja tollinger und nikolaus scheibner socken gegen sätze zu felde führen. wen das noch nicht überzeugt der möchte nicht so närrisch sein sich je eine autoren- und autorinnen- auswahl der gedichtfilme von fritz kilic und ilse widhalm entgehen zu lassen..
link zum Kabelwerk
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Wir Danken Richard herzlichst für den folgenden grandiosen Text zu unserer Ausstellung:
Verdünnen wir unsere Sicht
verbindlichen wir unsere Hal.tung
verkörpern wir Ein.sicht in Zu.ver.sicht
Losgelöst von Transgender-Schemata
in Kochsalzlösung eingelegte Puppenteile und Hybridkreaturen
Im Boden des Wurmfortsatzes der Schlund der Befriedigung
Tigern wir ins Obszöne,
reißen wir Mauern ein
zwischen uns und dem Schatten
Das Abbild der Seele in Brokkoli-Fasern der Geschlechtlichkeit
Die Sicht befreien von Verrenkungen,
die uns mürbe machen
Das Staatsgefängnis des Haushaltsgeldes sprengen – eine Knochenarbeit
„Die Pforrer tanz’n mit die Hur’n, und Juden mit Araber.“
Die Selbstverständlichkeit in den Orkus jagen
4 mal am Tag die Brille wechseln,
die Unterhosen übers Gesicht gezogen
Masseneifer im Paniknest
Seelenbeschmutzer fischen in trüben Gewässern
Die Energiebahnen verlaufen mitten durch den Körper der Gesellschaft
Springt jemand auf und lässt sich davon tragen?
Ausziehen, um die Einzelteile deines Gewissens einzusammeln
Du lernst durch Betatschen der Oberflächen
Wie tief dringst du ein in den hohlen Zahn –
kannst du ihm Leben einhauchen?
Wir sind pausenlos im Kriegszustand –
es tobt der Krieg um den Körper,
es tobt der Krieg um unsere Befindlichkeiten
Männer und Frauen verschränkt –
eines geht nicht ohne das andere –
ein Netzwerk – geflochten um die ganze Welt;
ein Netzwerk, das die Körperteile wieder zusammenfügt
Ausuferndes Sich-in-den-Himmel-und-in-die-Erde-Ausdehnen-Wollen
Zerrissenheit
Transformation
Botox-geschwängerte Silikonimplantate singen laut „Halleluja“ am Petersplatz
Du zwängst dich in ein Ofenrohr
und erweiterst so deinen Horizont
Abgasbelüfter marginalisieren Vaginas
Das Kreuz bis zum Wüstenrand schleppen
und dort erst mal eine Rauchpause einlegen
Der multifunktionale Körper –
bereit für jede Lebenslage
durchgecheckt im Genlabor
verheizt und wiederauferstanden
Und derjenige, der den Körper ein Leben lang mit sich herumschleppt?
Alleingelassen,
stechender Schmerz im Herzen;
Eisfabrik
Krampfadernsoufflé
© Richard
Alexandra Bolzer
Katharina Past
Elvira Rajek
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